Kommuniqué zum Auswärtsspiel gegen Kaiserslautern II – Eigene Liga für 2. Mannschaften!

Wie bei allen Spielen gegen Zweitmannschaften für uns üblich, werden wir beim Spiel in Kaiserslautern am 14. Oktober 2026 nicht als Gruppe auftreten. Darüber hinaus verzichten wir auch auf einen organisierten Support. Der Hauptgrund dafür ist die kurzfristige Spielabsage drei Tage vor dem eigentlichen Termin, der das Fass „Zweitmannschaften“ für uns endgültig zum Überlaufen brachte. Weitere grundlegende Kritikpunkte an Zweitmannschaften, die ebenfalls Teil der Entscheidung sind, werden im Folgenden kurz dargelegt, können hier allerdings nicht ausführlich behandelt werden. Dementsprechend stehen wir Rückfragen, Gegenstimmen sowie Zuspruch immer offen gegenüber.

Wie bereits erwähnt, treten wir bei Spielen des FSV gegen Zweitmannschaften von Profivereinen nicht mit Gruppenmaterial auf, sondern positionieren uns hinter einer „Eigene Liga für zweite Mannschaften“-Fahne, denn wir sehen folgende Probleme:

1) Wettbewerbsverzerrung

Die Zweitvertretungen können gezielt Spieler aus dem Profikader einsetzen. Das ist besonders prekär, wenn diese Spieler in wichtigen Spielen um Auf- oder Abstieg eingesetzt werden und sich dadurch ein erheblicher Wettbewerbsvorteil ergibt. Aber ganz unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt der Saison Profispieler eingesetzt werden, sehen wir darin eine Verzerrung des Wettbewerbs. Das prägnanteste Beispiel war unser Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 II am 2. April 2025, als fünf Spieler auf Seiten der Mainzer eingesetzt wurden, deren addierter Marktwert alleine den gesamten FSV-Kader um ein Siebenfaches (!) überstieg.

2) Spontane Spielverlegungen

Da der Spielbetrieb der Regionalliga Südwest während Länderspielpausen in der Regel weiterläuft, beantragen Zweitmannschaften regelmäßig die Absetzung oder Verlegung von Spielen, wenn Spieler ihrer Mannschaften für DFB-Junioren-Nationalmannschaften nominiert werden und deshalb für diesen Zeitraum nicht zur Verfügung stehen. Dies ist in § 34 Abs. 3 der Spielordnung der Regionalliga Südwest geregelt, der die Absetzung von Spielen aufgrund von Abstellungen zu einer Nationalmannschaft regelt. Die Regelung setzt voraus, dass die betreffenden Spieler als Leistungsträger gelten, also in mindestens 50 % der bisherigen Ligaspiele der laufenden Saison eingesetzt wurden. Dadurch bietet sich den betroffenen Zweitvertretungen aus Mainz, Freiburg, Frankfurt und Kaiserslautern die Gelegenheit, nicht auf ihre Spieler verzichten müssen. Wenn wiederum bei einem normalen Verein ein Spieler ausfällt, muss dieser halt ersetzt werden. Dies stellt in unseren Augen eine weitere strukturelle Ungleichbehandlung zugunsten der zweiten Mannschaften dar. Hinzu kommen die häufig sehr kurzfristige Absetzung – in diesem Fall nur drei Tage vor dem ursprünglichen Termin – und die dadurch bedingten Planungsschwierigkeiten für Verein, Spieler und Fans des betroffenen Gegners.

3) Finanzielle Möglichkeiten

Während nahezu alle Vereine in der Regionalliga einen Drahtseilakt zwischen dem Erhalt ihrer Wettbewerbsfähigkeit und der Vermeidung einer Insolvenz vollführen, verfügen Bundesligisten und ihre Zweitmannschaften über deutlich größere finanzielle Spielräume. Dadurch kann sich die finanzielle Kluft zwischen Regionalligisten und den Zweitmannschaften von Profivereinen mittelfristig weiter vergrößern. Das könnte langfristig die Teilnehmerstruktur verändern und den Anteil der Zweitmannschaften erhöhen, bis hin zur maximal möglichen Anzahl an Zweitmannschaften. Wer einen Vorgeschmack darauf haben möchte, welche Folgen eine Regionalligareform haben könnte, die dieses Problem nicht ausreichend berücksichtigt, kann einen Blick auf die Entwicklung des deutschen Frauenfußballs in den vergangenen Jahren werfen.

4) Nachwuchsförderung

Dieses Argument wird häufig als Totschlagargument verwendet, um die Präsenz von Zweitmannschaften in der Regionalliga oder der 3. Liga zu rechtfertigen. Junge Spieler bräuchten Spielpraxis im körperlich anspruchsvollen Herrenfußball. Als Gegenbeispiel lässt sich England anführen, wo die Nachwuchsteams in unterschiedlichen Wettbewerben antreten, die sich unter anderem nach der Kategorie der jeweiligen Akademie richten. Auch kleinere Vereine mit einer Akademie konnten auf diese Weise Spieler für die eigene erste Mannschaft entwickeln und sie später verkaufen. Das zeigt, dass gute Jugendarbeit auch in einem solchen System bei Regionalligisten mit Nachwuchsleistungszentrum funktionieren kann.

Wichtig ist uns auch, noch einmal ganz klar zu sagen, dass der Verzicht auf organisierten Support auf keinen Fall als Protest gegen unsere Mannschaft oder die Vereinsverantwortlichen zu verstehen ist, denn bei diesem Thema ziehen wir alle an einem Strang. Wenn strukturelle Ungerechtigkeiten die Zukunft des FSV gefährden, hat deren Beseitigung Vorrang vor allen anderen Interessen. Dementsprechend wollen wir uns nach unseren Möglichkeiten dafür einsetzen, dass eine notwendige Reform der Regionalligen auch die Zweitmannschaftsproblematik berücksichtigt. Unsere Hauptforderung, die auch in Zukunft bei Spielen gegen solche Mannschaften unseren Sektor zieren wird, lautet deshalb:

Eigene Liga für zweite Mannschaften!

Pugnatores Ultras im Oktober 2026